2008-11-29

Ich sitze in einem kleinen Boot. Es ist schmal, wie ein Kanu, oder ein Faltboot, es hat aber genug Platz, dass ich bequem darin sitzen und ein wenig Gepäck und ein Paddel unterbringen kann. Hinten ist ein Motor befestigt. Aber ich benutze weder Paddel noch Motor. Ich lasse mich einfach treiben.

Die sehr langsame Strömung bringt mich in seichtes Gewässer. Es ist einsam hier. Das Gewässer muss so etwas wie ein halbtoter Arm eines Flusses sein. Das flache Wasser steht hier fast, die Ufer sind sumpfig. Ich merke kaum, dass mich die Strömung weiter trägt.

Die Landschaft ist unberührt. Totes Schilf und tote Äste und Zweige von Weiden ragen am Ufer aus der Wasseroberfläche heraus. Die Landschaft ist ein wenig trist, aber wunderschön. Das Hochgefühl, privilegiert zu sein, steigt in mir auf. Privilegiert zu sein, als einziger Mensch dieses Gewässer jemals zu Gesicht zu bekommen.

Die Strömung ist jetzt so schwach, dass ich auf der Stelle zu stehen scheine. Ich habe das Treiben-Lassen genossen. Ich habe den Strom bestimmen lassen, was er mir zeigen möchte. Ich habe unglaublich schöne, unglaublich triste, und unglaublich unberührte Landschaften gesehen. Doch jetzt, wo der Strom sich zu verlaufen scheint, bekommt ein anderes Gefühl die Oberhand.

Ich überlege, ob ich den Motor anwerfen soll. Ich wäre sehr schnell, ich könnte bestimmen, wo ich hinschwimme. Ich hätte Kraft unter dem Hintern. Die Geschwindigkeit wäre ein Rausch. Doch das Motorgeräusch würde nicht hierher gehören. Es würde die Landschaft zerstören.

Die Landschaft ist so wunderschön, dass mir bang wird. Aber trotz dieser Schönheit, oder gerade deswegen, zieht es mich weiter. Ich will selbst meinen Weg bestimmen.

Ich hole das lange Paddel aus dem Bauch des Bootes hervor. Behutsam steche ich es ins Wasser und gleite lautlos aus der Bildfläche dieser Szene hinaus.

2008-11-25

Lab impressions

Impressions of my everyday life at Bauhaus University:


View from the window of our lab: Klassischer Friedhof Weimar


Xtreme Programming on 7 screens

2008-11-03

Ohrwurm - Focus